Zervixkarzinom

Interne Leitlinie Zervixkarzinom

1. FIGO-Stadien

2. Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms

Die Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms orientiert sich eng an der S3-Leitlinie der AGO aus dem Jahre 2014.

Es bestehen geringfügige Abweichungen entsprechend den Bedürfnissen und den Versorgungsstrukturen der Schweiz, die jeweils unter Seitenangabe zur S3-Leitlinie unten kommentiert sind.

LL_S3_Zervixkarzinom_Kurzversion_1.0_2014-09.pdf

3. Workflow aus S3-Leitlinie:

Die interne Leitlinie weicht bei der Diagnostik und Nachsorge in folgenden Punkten davon ab:

4. Amendment interne Leitlinie Zervixkarzinom

In Ergänzung zu der aktuellen S3 Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Zervixkarzinoms ergibt sich folgende konsensfähige Stellungnahme seitens des Leitungsteams Gynäkologisches Tumorzentrum Luzerner Kantonsspital:

S. 23 Das präoperative/prätherapeutische Tumorboard ist als obligat einzustufen.

S. 25 Die Patientinnen Leitlinie zur Nachsorge wird von uns nicht abgegeben, da bei uns Abweichungen im Rahmen der Nachsorge zur Leitlinie bestehen.

S. 28 Es erfolgt die Klassifizierung und Tumortypisierung nach WHO 2014, UICC/TNM 2010 und des aktuellen FIGO-Stagings 2018.

S. 29 Im Rahmen der Diagnostik hat beim prätherapeutischen Staging das PET CT als Standartmethode seinen Stellenwert.

5. Präoperative Diagnostik

Histologische Sicherung

Sonographie vaginal und/oder rektal

MRI Becken

PET-CT

ggf. Zysto- und Rektoskopie nach Symptomatik

6. Chirurgische Klassikikation

S. 38 Am Luzerner Kantonsspital wird eine Radikale Hysterektomie in Analogie Zu Querleu and Morrow Class C1 durchgeführt.

S. 39 Sentinel-Node-Biopsie ist als Standardverfahren bei nicht suspekten Lymphknoten im Sinne einer reziproken diagnostischen Intervention zu verstehen. Bei positivem Sentinel-Node im Schnellschnitt wird keine vollständige pelvine Lymphadenektomie durchgeführt aber ein paraaortales Staging vor   primärer Radiochemotherapie.

Die alleinige Sentinelnode-Biopsie ohne weiterführende Lymphadenektomie ist ein experimenteles Verfahren und wird bei uns nur im Rahmen von Studien durchgeführt ist gerechtfertigt, unter folgenden Kriterien:

- Tumorgrösse maximal 4 cm  

- Keine Bulky Nodes oder suspekten Lymphknoten in der Bildgebung

- Ultrastaging der Lymphknoten in der Pathologie

- beidseits Sentinelnode detektiert

7. Chirurgisches Vorgehen

  • Eine Radikale Hysterektomie findet nach Publikation des LACC Trials nur mehr per offenen Zugang statt. Ramirez, Frumovitz [1]
  • Bei prämenopausalen Patientinnen mit Plattenepithelkarzinom und geplanter Radiochemotherapie wird die endoskopische Ovaropexie empfohlen.
  • Seite.
  • Sind LK primär in der PET-CT suspekt, erfolgt Laparoskopisch die paraaortale LNE vor komb Radio-Chemotherapie.

8. Vorgehen bei positivem Sentinelnode

  • Laparoskopische paraaortale Lymphadenektomie bis auf Höhe der A. mesenterica inf. und ggf. Ovaropexie Anschliessend primäre Radiochemotherapie [2-4]

 

Patientinnen sollen ermutigt werden an der SENTIX-Studie teilzunehmen.

9. Nachsorge

S. 57 In der Nachsorge führen wir ebenfalls über einen Zeitraum von wenigstens 2 Jahren halbjährlich eine PET-CT Untersuchung in Ergänzung zur gynäkologischen Untersuchung, Nierensonographie und TVU durch.

Nach primärer Radio-Chemotherapie sollte nach 6 Monaten ein PET-CT durchgeführt werden, zeigt dieses Restaktivität an, erfolgt die adjuvante Hysterektomie in Anpassung an die Tumorausdehnung.

Tumormarker werden in der Nachsorge nicht empfohlen.

In den ersten zwölf Monaten nach Abschluss der Radiochemotherapie ist die Nierenfunktion zu überprüfen.

Bei symptomatischen Patienten sollte eine weitergehende Bildgebung erfolgen

Systhemtherapie in der Rezidivsituation resp. bei Fernmetastasen

S. 63 In Abweichung zur S3 Leitlinie empfehlen wir aufgrund der Literaturdatenlage die Kombination aus Cisplatin plus Paclitaxel plus Bevacizumab in der Therapie des metastastierten oder rezidivierten Zervixkarzinoms als Systemtherapie. Eine Kostengutsprache muss eingeholt werden.

10. Zur präoperativen Sentinelnode-Markierung siehe:

SLN-Markierung bei Vulva-, Endometrium und Zervixkarzinom

11. Literatur

  1. Ramirez, P.T., et al., Minimally Invasive versus Abdominal Radical Hysterectomy for Cervical Cancer. N Engl J Med, 2018. 379(20): p. 1895-1904.
  2. Diab, Y., Sentinel Lymph Nodes Mapping in Cervical Cancer a Comprehensive Review. International Journal of Gynecologic Cancer, 2017. 27(1): p. 154-158.
  3. Lennox, G.K. and A. Covens, Can sentinel lymph node biopsy replace pelvic lymphadenectomy for early cervical cancer? Gynecologic Oncology, 2017. 144(1): p. 16-20.
  4. Tax, C., et al., The sentinel node procedure in early stage cervical cancer, taking the next step; a diagnostic review. Gynecologic Oncology, 2015. 139(3): p. 559-567.

Autor: C. Braun
Autorisation: C. Christmann
Version: 08.2020
Gültigkeit: 31.12.2021