Interne Leitline Endometriumkarzinom

25.08.20 - Überarbeiteter Artikel

30.01.18 - präop Diagnostik überarbeitet

Inhaltsverzeichnis

Die Diagnostik und Therapie des Endometriumkarzinoms richtet sich insbesondere nach den ESMO-ESGO-ESTRO Konsensusempfehlungen und an der  S3-Leitlinie der AGO.

 

ESMO-ESGO-ESTRO Konsensusempfehlung

S3 Leitlinie Endometrium Karzinom 2018

ESGO Algorithmus

ESGO Konsensusmeeting

1. FIGO-Stadien

2. PMP Blutung

3. Diagnostik

  • Bei Verdacht erfolgt die gynäkologische Untersuchung  eine TVS mit Beurteilung nach IETA-Kriterien. Link
  •  Pipelle  bei nicht fokalen Läsionen, sollte dies nicht möglich sein erfolgt die diagnostische Curretage. Siehe Flow Chart
  • Erhebung fam. Risiko, nach Fragebogen. Im Ambulatorium aufliegend.
  • Erfassung der Lebensqualität und der Komorbidität
  • Bei Bestätigung des EC erfolgt eine Sonographie der Nieren , weitere Bildgebung nach RS mit Operateur
  • Bei einem high-risk EC (serös, klarzellig, G3 und Karcinosarkom) erfolgt vor Durchführung  einer Sentinelnode-Biopsie ein PET-CT zur Beurteilung der Lymphknoten, das Thorax-CT (s.o.) entfällt.
  • Bei Patientinnen mit Alter unter 60 Jahre Bestimmung der Mikrosatelliteninstabilität, nach Einholung des mündlichen Einverständnis
  • bei vorhandener Mikrosatelliteninstabilität erfolgt nach Rücksprache eine humangenetische Beratung, durch die medizinische Onkologie und ggf. weiterführende Diagnostik

4. Therapie

4.1. Operation

  • Bei Operabilität steht stadienunabhängig die operative Therapie im Vordergrund. In Anbetracht der Komorbidität kann hier jeweils von dem Standard bei entsprechender Begründung notwendig sein.
  • Bei primärer Fernmetastasierung und/oder Inoperabilität wird individuell die Radiotherapie und die Systemtherapie empfohlen (s.u.)
  • Eine Vorstellung präoperativ am Tumorboard ist bei in Grenzsituationen obligat.
  • Das operative Vorgehen sollte wenn immer möglich endoskopisch erfolgen.

4.1.1. Sentinelnode Biopsie beim Endometriumkarzinom

In Anlehnung an  kann die Sentinelnode-Biopsie in den Stadien cT1 und cT2 indiziert werden (siehe Amendment der S3 Leitlinien Endometrium Ca – Sentinelnode Biopsie in der Schweiz). Das Vorgehen richtet sich nach einem strengen Protokoll

Sentinelnode-Biopsie Endometriumkarzinom

Bei positiven Sentinel und/oder nicht detektierbaren Sentinel erfolgt die systematische pelvine und paraaortale Lymphadenektomie.

4.2. Postoperative Risikoklassifikation des Endometriumkarzinoms

4.3. Adjuvante Radiotherapie

pT1a G1/G2 endometriode – keine adjuvante Therapie

pT1b G1-G2, pT1a – G3 oder nicht Endometrioide – vaginale Brachytherapie

Bei LVSI pos. Kann eine perkutane Bestrahlung durchgeführt werden. (Portec 2)

Bei FIGO III-IV – perkutane Bestrahlung.

Bei einem serösen endometrioiden Carcinom und einem FIGO III Carcinom kann eine adjuvante kombinierte Radio-Chemotherapie in betracht gezogen werden. (Portec III)

 

Bei einem serösen Endometriumkarzinom und/oder einem FIGO III Karzinom kann eine adjuvante kombinierte Radio-Chemotherapie in Betracht gezogen werden. (Portec III)

4.4. Pharmakotherapie Endometriumkarzinom

  • Eine Indikation zu eine adjuvanten Gestagentherapie besteht nicht. Gestagene können in der Rezidivsituation, der metastasierten Situation oder bei Fertilitätserhaltung eingesetzt werden (MPA 250mg/d).
  •  Bei der adjuvanten Chemotherapie kommen bevorzugt Carboplatin und Paclitaxel zum Einsatz. (PORTEC III)

(siehe auch interne Leitlinie zum Endometriumkarzinom der Medizinischen Onkologie)

5. Nachsorge

Zu beachten sind folgende Nebenwirkungen der Therapie:

  • Lebensqualität
  • genitale Atrophieerscheinungen
  • Lymphödem der unteren Extremitäten
  • radiogene Reaktionen von Ureter, Harnblase, Darm
  • Hormonausfallerscheinungen

Etwa ein Viertel der Patientinnen mit Endometriumkarzinom (alle Stadien) erleiden im Verlauf ihrer Erkrankung ein Rezidiv bzw. Fernmetastasen: 17% Vagina, 32% Becken und 51% Fernmetastasen. 70-90% der Rezidive treten in den ersten beiden Jahren nach Primärtherapie auf.

 

Zur Früherkennung eines Lokalrezidivs in den ersten 3 Jahren sind Nachsorgeintervalle von 3 Monaten mit gynäkologischer Untersuchung und Vaginalsonografie empfohlen.  Danach 2 Jahre alle 6 Monate.

Bei symptomatischen Patienten soll eine weitergehende Bildgebung erfolgen.

Die Nachsorge erfolgt durch das Gynäkologische Tumorzentrum oder einen niedergelassenen Kollegen, wer diese durchführt wird im Tumorboard dokumentiert.

Die Nachsorgeergebnisse werden in Briefform an die niedergelassenen Kollegen und in Kopie intern an unseren Datenmanager weitergeleitet. Für Patientinnen, die extern nachgesorgt werden, werden einmal jährlich Evaluationsbögen durch den Datenmanager verschickt und evaluiert.

6. Literatur

  • Sentinel lymph node assessment in endometrial cancer: a systematic review and meta-Analysis (Bodurtha Smith et al. 2017 AJOG)
  • Description of a reproducible anatomically based surgical algorithm for detection of pelvic sentinel lymph nodes in endometrial cancer (Persson et al. 2017 Gynecol Oncol)
  • Sentinelnode biopsy in high risk EC (PT Soliman et al., Gynecol Oncol 2017)
  • S3-Leitlinie Endometriumkarzinom der DKG
  • NCCN Guideline Uterine Cancers

Autor: C. Braun
Autorisiert: C. Christmann
Version: 08/2020
Gültig bis. 31.12.2021