Vaterschaftsnachweis

21.02.18 - Versand-Kapitel angehängt

Allgemeines

  • Bei strittiger Vaterschaft können anhand der DNA-Merkmale die Verwandtschaftsverhältnisse eindeutig geklärt werden (99,8% Trefferquote).
  • Die Frauenklinik führt den Vaterschaftstest bei Begehren aus. Idealerweise sollte die Thematik um den Vaterschaftsnachweis bereits in der Schwangerschaft angesprochen werden, damit bei der Geburt die notwendigen Papiere mitgebracht werden.


Die Entscheidung bewusst treffen

Wer eine Abstammungsabklärung in Auftrag gibt oder darin einwilligt, sollte sich über die möglichen rechtlichen, sozialen und psychischen Konsequenzen für alle Betroffenen bewusst sein: insbesondere bei einem unerwarteten Ergebnis.


Rechtsgültiges Gutachten

Für eine rechtgültige Abstammungsabklärung, die vor Gericht Bestand hat, sollten die Tests von einem Institut durchgeführt werden, das gesetzeskonform und nach den aktuellen wissenschaftlichen Standards arbeitet. Das Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich ist darauf spezialisiert, in gerichtlichen Fragestellungen Klarheit zu schaffen und wurde vom Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement für die Abstammungsbegutachtung zugelassen.


Vorgehensweise

  • Der Vaterschaftstest muss nach der Geburt in der Gebärabteilung erfolgen.
  • Sollte dies nicht möglich sein, wendet sich die Frau/das Paar an ihren Hausarzt oder direkt an das Institut für Rechtsmedizin in Zürich (Tel. 044 635 56 47), damit die nötigen Schritte eingeleitet werden können.
  • Das Einverständnis der Mutter muss vorliegen, sonst wird aus rechtlichen Gründen der Auftrag nicht entgegen genommen.
  • Broschüren werden von den Hebammen an interessierte Eltern abgegeben.
  • Zwei Wangenabstriche nach Vorgabe des Rechtsmedizinischen Institutes von der Mutter und 2-3 ml Nabelschnurblut vom Kind abnehmen. Für das Nabelschnurblut kann die EDTA-Monovette des Luks verwendet werden.
  • "Protokoll über die Entnahme von Wangenschleimhautabstrichen" korrekt und vollständig ausfüllen und mit einem Foto von Mutter und Kind versehen.
  • Wir haben zwei verschiedene Sets (Lagerort: Kühlschrank, Stationssekretariat)
    • Mutter und Kind
    • vermuteter Vater (gleiches Vorgehen wie bei der Mutter)
  • Aufbewahrungszeit der Proben ist 1 Jahr. So kann auch zu einem späteren Zeitpunkt die vermutete Vaterschaft abgeklärt werden und der Vater muss bei der Geburt nicht anwesend sein, sondern kann den Test bei seinem Hausarzt oder beim Rechtsmedizinischen Institut in Zürich durchführen lassen.

Cave: Amtlicher Ausweis der Frau und ggf. des vermuteten Vaters überprüfen

  • Die Kosten für den Vaterschaftstest belaufen sich bei ca. 1200 sFr. für bis zu 3 untersuchten Personen.
  • Der Aufwand des LUKS für die Entnahme muss abgerechnet werden.
  • Es muss bei der Patientenanmeldung einen ambulanten Fall eröffnet werden!! Diesen Fall zusätzlich aufmachen und am Telefon angeben, dass er für einen freiwilligen Vaterschaftstest benötigt wird.
  • Diese ambulante Fallnummer wird aufs Auftragsformular geschrieben, das Formular kopiert und an die ambulante Abrechnung weitergeleitet. Es muss im System nichts mehr erfasst oder abgerechnet werden.

Versand

Versand unter der Woche mit A-Post (letzte Gelegenheit 17:00 Uhr, Empfang FKL).
Am Wochenende und abends wird das EDTA-Röhrchen des Kindes im Kühlschrank aufbewahrt und am folgenden Werktag verschickt.

CAVE: Die Wattestäbchen der Mutter und evt. Vaters dürfen nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Autor: J.Ranieri
Autorisiert: M. Hodel
Version: 30.12.2015
Gültig bis: 30.06.2020