Therapie der Blutungsanämie im Wochenbett

Inhaltsverzeichnis

Zweck, Prinzip

Regelung der Behandlung der Anämie postpartal.

Nadir des Hb-Wertes postpartum ist nach ca. 48 Std erreicht.

Ist meistens eine Kombination aus Blutungsanämie und vorbestehender Eisenmangelanämie.

Begriffe und Abkürzungen

Definition der Anämie im Wochenbett = Hb < 100 g/l

Diagnostik

Keine Hb-Kontrolle bei geschätztem BV <500ml und Ausgangs-Hb ≥105 g/l

Kapilläre Hb-Kontrolle am 2. Tag nach Geburt bei geschätztem BV >500ml bis 800ml

vorgezogene venöse Hb-Kontrolle bei BV >800ml oder symptomatischer Pat.

Therapie der Blutungsanämie

Hb 95 - 105g/L

Fe (80-100mg) 2x täglich p.o. für 12 Wochen, bei Unverträglichkeit Fe i.v.

Hb 80 - 95 g/L

Fe p.o. 2x täglich für 12 Wochen
oder
Eiseninfusion beim HA empfehlen

Hb 70-80 g/l

Bei ausgeprägten Symptomen Fe i.v. (Ferinject 1000mg i.v.)
oder
Eiseninfusion beim HA empfehlen

Hb 60-70 g/l

1) Fe i.v. (Ferinject 1000mg i.v.)

2) ggf EC-Transfusion diskutieren, je nach klinischer Situation.

Hb ≤ 60g/L

EC-Transfusion empfohlen (CAVE: stumme Myokardischämien), jedoch muss jede Situation individuell entschieden werden, unter Berücksichtigung der Wünsche der Patientin.

Fe-Präparate und Verabreichung/Dosierung siehe Eintrag ‚Anämie in der Schwangerschaft‘.

Verlaufskontrollen

Hb- und Ferritinkontrolle beim HA / Gynäkologen 6 Wochen postpartal

Danach Anpassung der Eisentherapie.

Mitgeltende Einträge

Anämie in der Schwangerschaft

Literatur

SGGG, Expertenbrief No 22. (2009). Diagnostik und Therapie der Eisenmangelanämie in der Schwangerschaft und postpartal.

Autor: N. Mathys, I. Kaufmann
Autorisiert: M. Hodel
Version vom 19.06.2016
Gültig bis 30.06.2020