Akute fetale Bradykardie

Inhaltsverzeichnis

Zweck, Prinzip

Diese Arbeitsanweisung regelt den Ablauf und die Vorgehensweisen bei einer akuten fetalen Bradykardie

Beschreibung: Sofortmassnahmen

  • Lagerungswechsel in Seitenlage, vorzugsweise links, ggf. Wechsel auf rechts, eventuell Vierfüssler
  • Vaginaluntersuchung
  • Syntocinon-Infusion abstellen
  • bei V.a. Hypotension Trendelenburg-Lagerung
  • Bei Nabelschnurvorfall Beckenhochlagerung und Hochschieben des kindlichen Kopfes von vaginal, ev. Vierfüssler => notfallmässige Entbindung
  • Bei neu angelegter PDA: cave Blutdruckabfall! => RR messen, ggf. korrigierende Massnahmen siehe PDA / Geburtshilfliche Regionalanästhesie
  • Intrauterine Reanimation mit 2 ml Gynipral-Bolus (in 10ml-Spritze aufziehen: 2 ml Gynipral plus 8 ml NaCl 0.9%) i.v., falls eine vaginaloperative Entbindung nicht möglich ist.
    CAVE: 2 ml Gynipral-Bolus langsam (!) i.v. spritzen.
    Frau über Nebenwirkungen aufklären (Herzrasen, Uebelkeit, Erbrechen, Schwindel)
  • Bei Erholung der fetalen Herzfrequenz evt. MBU durchführen.
  • Bei Persistenz der Bradykardie > 5 Minuten:
    • Falls vaginal-operative Entbindung möglich: Vakuumextraktion, primärer Forceps nur bei Frühgeburt
    • Falls vaginal nicht möglich: Notfallsectio vorbereiten gemäss Plan.
    • CTG solange belassen wie möglich.

Achtung!

Durch unreflektierte Gynipral-Gabe kann eine sonst mögliche vaginale Geburt unmöglich gemacht werden.

Deshalb: Gynipral-Bolus erst, wenn klar ist, dass aufgrund des Befundes keine baldige vaginale Geburt zu erwarten ist!

Autor: M. Hodel, V. Uerlings
Autorisiert: M. Hodel
Version vom 24.05.2017
Gültig bis 30.06.2020